from town to town
Partisan des Möglichen. Vortrag über Lefebvre
derive – Radio für Stadtforschung dokumentiert den Vortrag „Ich bin ein Partisan des Möglichen“ von Klaus Ronneberger über Henri Lefebvre. Die Sendung kann über das Sendungsarchiv von Radio Orange FM 94.0 nachgehört werden. Hier die Ankündigung, inkl. Literaturhinweisen:
Der 1991 verstorbene französische Stadtphilosoph und -soziologe Henri Lefebvre ist gerade in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum wieder zu einer der zentralen Figuren in der Stadtforschung geworden. Das, obwohl seine Bücher zu städtischen Themen erstens schlecht übersetzt und zweitens auf Deutsch nur mehr antiquarisch erhältlich sind. Aktuell ist Henri Lefebvre in erster Linie durch seine Forderung eines „Recht auf Stadt“ bekannt. Unter diesem Slogan versammeln sich weltweit stadtpolitische Gruppen mit ihren Aktivitäten gegen die Auswirkungen einer neoliberalen Stadtpolitik.
Am 4. Oktober 2010 hat der Frankfurter Stadtforscher Klaus Ronneberger im Rahmen des von dérive veranstalteten Festivals urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen in Wien einen Vortrag über Henri Lefebvre gehalten. Der Titel des Abends lautetet „Die Stadt ins Werk setzen. Ein Abend über Henri Lefebvre“. Neben Klaus Ronneberger wirkten die KünstlerInnen Helmut Weber und Sabine Bitter sowie die Kulturtheoretikerin Elke Krasny an diesem Abend mit. Klaus Ronneberger gewährte in seinem Vortrag vor einem dicht gefüllten Saal einen Einblick in Lefebvres Thesen zur Produktion des Raumes, zur Urbanisierung und zum Recht auf Stadt.
Klaus Ronneberger, Studium der Kulturanthropologie, Europäischen Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaften. Langjähriger Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main. Gegenwärtig freier Publizist.
Weiterführende Informationen:
- Klaus Ronneberger: Eingreifendes Denken – Zur Aktualität Henri Lefebvres. In: dérive – Zeitschrift für Stadtforschung 40/41
- Klaus Ronneberger: Henri Lefebvre und die Frage der Autogestion
- Henri Lefebvre (Wikipedia)
- Klaus Ronneberger, Stephan Lanz, Walther Jahn: Die Stadt als Beute. Bonn: Dietz, 1999
- urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen Wien: www.urbanize.at
Redaktion und Sendungsgestaltung: Christoph Laimer und Elke Rauth
Signations: Bernhard Gal (www.bernhardgal.com)
Sendungsverantwortung: Elke Rauth
Information und Kontakt: www.derive.at, mail@derive.at
Was macht eigentlich … die Neue Mitte Altona?
Liebe BlogleserInnen,
in der Rubrik „Was macht eigentlich…?“ hat Frau Kleine auf Abgeordnetenwatch eine Anfrage an zwei Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses (Andy Grote und Heike Sudmann) gestellt. Konkret lautet die Frage: Was macht eigentlich die Stadt in Bezug auf die Neue Mitte Altona für Deals? Die Informationen sind mehr als spärlich. Klar, einen Masterplan gibt es, autofrei soll es sein, ein paar Partizipationsspielchen finden statt, wo aber nie transparent gemacht wird, welche Bürgerwünsche auch wirklich umsetzt werden. Es gibt in Altona ein Infocenter, das mehr ein Desinformationscenter ist, so unkonkret und vage bleibt alles. Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Wie ist der Stand der Verhandlungen mit den Investoren? Wie viel sozialer Wohnungsraum entsteht dort? Was wird, für wen geplant? Hier die Anfrage:
„Als Anwohnerin im Gebiet der sog. Neuen Mitte Altona interessiere ich mich für den aktuellen Stand der Planungen. Konkretes zu erfahren, ist allerdings gar nicht so einfach. Ich möchte gerne wissen:
1.) Wie ist der Stand der Verhandlungen mit den aktuellen Besitzern (Bahn AG, Aurelis und Carlsberg-Brauerei)?
2.) Gibt es schon Vorverträge mit Investoren, wie z.B. ECE oder Redwood Grove International?
3.) Wie hoch fällt der Planungsgewinn aus und wie wird sicher gestellt, dass ein großer Teil dessen auch direkt den Altonaer Bürgerinnen und Bürgern in Form von günstigem Wohnraum zu Gute kommt?
Über eine Antwort und mehr Transparenz freue ich mich. Eine weitere hochpreise und kalte Hafencity können wir hier in Altona Nord nun wirklich nicht gebrauchen, sondern ich wünsche mir einen lebendigen Stadtteil, in dem – wie bisher – auch und vor allem Menschen mit geringem Einkommen leben können.“
Off Topic: Keine Beugehaft für Christa Eckes – Tödliche Beugehaftandrohung der Justiz
#######Beugehaft ist ausgesetzt##########
Um eine Zeugenaussage zu erzwingen soll eine krebskranke Frau in Beugehaft. Beugehaft, das bedeutet nun wirklich suboptimale Bedingungen für eine Genesung und greift damit tief in das Recht auf körperliche Unversehrtheit ein. Da wir letzteres als eine zentrale Basis für das gemeinsame Leben im verdichteten Raum Stadt halten nehmen wir nun hiermit den folgenden Aufruf gerne auf unsere Seite,:
Keine Beugehaft für Christa Eckes – Tödliche Beugehaftandrohung der Justiz
Unsere Freundin und Genossin Christa Eckes soll in Beugehaft gehen, weil sich das Oberlandesgericht (OLG) in Stuttgart dem Antrag der Bundesanwaltschaft (BAW) anschloss. Im August diesen Jahres stellte sich heraus, dass Christa an akuter lymphatischer Leukämie erkrankt ist. Seit Anfang September wird sie mit Chemo-Therapie und Bestrahlung stationär im Krankenhaus behandelt und kämpft um ihr Leben. Eine Haft würde ihr Leben akut gefährden. Die dringend notwendige Therapie würde damit abgebrochen. Die angeordnete Maßnahme riskiert damit bewusst und zynisch ihr Leben.
Seit dem 30. September 2010 läuft in Stuttgart der medial groß inszenierte Prozess gegen das frühere RAF-Mitglied Verena Becker. Hintergrund des Verfahrens ist die Erschießung des damaligen Generalbundesanwalts Buback 1977. Obwohl Christa zur Zeit des Attentats auf Buback bereits mehrere Jahre im Knast saß, wurde sie wie viele andere ehemalige RAF Mitglieder im Vorfeld dieses Prozesses als Zeugin im Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe vorgeladen. Sie hat die Aussage verweigert und auf Antrag der BAW wurden bereits damals 6 Monate Beugehaft gegen sie verhängt, die aber zunächst zurückgestellt wurde.
Im September 2011 wurde sie vom OLG Stuttgart erneut als Zeugin im Prozess gegen Verena Becker geladen. Das vorgelegte Attest über Art und Schwere der Erkrankung hielt das Gericht nicht davon ab, im November eine Befragung von Christa im Aufenthaltsraum des Krankenhauses zu erzwingen. Christa bekam zu diesem Zeitpunkt gerade eine Infusion der Chemo-Therapie. Trotz der ausdrücklichen Aufforderung des Chef-Arztes, dass die Befragung auf keinen Fall länger als 30 Minuten gehen dürfe, dauerte die ganze Prozedur fast eine ganze Stunde.
Christa hat die Aussage verweigert und das OLG Stuttgart hat am 1. Dezember sechs Monate Beugehaft gegen Christa angeordnet. Zuvor sollte allerdings die Haftfähigkeit geprüft werden. Der Beschluss des Gerichts wurde offen als Fax ins Stationszimmer des Krankenhauses geschickt, wo er von allen Vorbeigehenden gelesen werden konnte. Am 9. Dezember wurde Christa die Ladung zum Antritt der Beugehaft zugestellt. Sie soll sich bis spätestens 23. Dezember 2011 im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg bei Stuttgart einfinden. Ihre Haftfähigkeit wurde nicht geprüft.
Es ist völlig klar, dass Christa im Knast die für sie überlebenswichtige Krebstherapie nicht fortführen kann – auch nicht in einem der Knastkrankenhäuser, die eher Menschen unter Druck setzen als behandeln. Außerdem ist es für Christa in dieser Extremsituation sehr wichtig, die Nähe und den Austausch mit ihren Freund_innen und ihrer Familie zu haben – von Menschen umgeben zu sein, die ihr gut tun.
Der Erfolg ihrer Behandlung steht sowieso schon auf Messers Schneide, und jetzt kommt noch die Bedrohung seitens der Justiz dazu.
Warum Aussageverweigerung?
Ehemalige Gefangene aus der RAF erklärten in einem Papier vom Mai 2010, veröffentlicht „von Einigen, die zu unterschiedlichen Zeiten in der RAF waren“: „Wenn von uns niemand Aussagen gemacht hat, dann nicht, weil es darüber eine besondere „Absprache“ in der RAF gegeben hätte, sondern weil das für jeden Menschen mit politischem Bewusstsein selbstverständlich ist. Eine Sache der Würde, der Identität – der Seite, auf die wir uns gestellt haben.“ Und an anderer Stelle: „Wir machen keine Aussagen, weil wir keine Staatszeugen sind, damals nicht, heute nicht.“
Christa besteht auf ihrem legitimen Recht Aussagen zu verweigern.
Das staatliche und gesellschaftliche Rachebedürfnis gegenüber den Menschen, die in der RAF organisiert waren, ist ungebrochen. Verlangt werden Reue und Unterwerfung. Alle, die nicht Abbitte leisten, werden weiterhin verfolgt und denunziert. Die BAW hat bereits in anderen Zusammenhängen die Beugehaft begründet: „…die kollektive Aktion (muss) über das Mittel der Beugehaft gebrochen werden“ (s. Kasten) und „Die Beugehaft ist keine Strafe sondern eine Erziehungsmaßnahme“ (Oberstaatsanwalt in Memmingen, 1989).
Mit dem Prozess gegen Verena Becker wird die Verfolgungswut der Justiz noch nicht zu Ende sein. Weitere Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Mitglieder der RAF, die bereits verurteilt waren, sind schon eingeleitet.
Jetzt gilt es aktiv zu werden, Christa braucht euch jetzt alle!
Seid laut und erfinderisch, protestiert!
Bringt eure Empörung zum Ausdruck!
Wir fordern die sofortige Aufhebung der Beugehaft!
Hände weg von Christa!
Infos, Aktionen, Aktionsvorschläge und Aufrufe demnächst auf:
http://KeineBeugehaft.blogsport.de
Spendenkonto
Die Kosten, die nun auf Christa zukommen, können enorm anwachsen, denn alle gerichtlichen Aufwände, inkl. Knastaufenthalt, werden ihr in Rechnung gestellt.
Förderverein für antifaschistische Kultur
Konto Nr. 222 664 15
Sparkasse Karlsruhe, BLZ 660 501 01
IBAN: DE92660501010022266415
Verwendungszweck: Beugehaft
Manifest der Erwerbslosen für ein Recht auf Stadt
Erstellt von der Recht-auf-Stadt-AG der Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen:
Recht auf Stadt‘-Initiativen entstehen in letzter Zeit in vielen kleinen und großen Metropolen. Unterschiedliche Gruppen finden sich zusammen, nicht nur um den Ausverkauf der Städte zu begegnen, sondern um theoretische wie praktische Wege zu finden und zu bestreiten, die über die jetzige Gesellschaft hinausweisen.
Eines der zentralen Auseinandersetzungsfelder für Erwerbslose ist die Wohnfrage und die Repression in diesem Bereich von Seiten der Jobcenter (Zwangsumzüge, Kürzung des Regelsatzes nach Überschreitung der Mietobergrenze, Kürzung der Heizkostenzuschläge usw.). Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung über die soziale Frage im Kapitalismus wird auch in Erwerbslosengruppen über Alternativen zum herrschenden Regime gesprochen. Parallellen zu den “Recht auf Stadt”-Initiativen sind somit gegeben. “Recht auf Stadt” ist auch innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft-Prekäre Lebenslagen ein Arbeitsgruppenthema. Aus diesem inhaltlichen Zusammenhang ist das “Manifest der Erwerbslosen für ein Recht auf Stadt” entstanden.
Manifest der Erwerbslosen für ein Recht auf Stadt
Wir fordern:
Das Recht, die Fülle der Stadt zu genießen.
Der Verkauf unserer Innenstädte schreitet voran und damit verändern sich die Wohn- Lebens- und Arbeitsverhältnisse besonders von Erwerbslosen und Prekären drastisch. Die Folge: Viele können ihre Existenz nicht mehr sichern und sind vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
Banken, private Investoren usw. profitieren vom Umbau und dem Ausverkauf unserer Städte. Gering bezahlte Prekäre, arme Kinder, Jugendliche, Kranke, Alte, Menschen mit Behinderung, MigrantInnen, Asylsuchende, Wohnungslose, Obdachlose werden gesellschaftlich abgehängt.
Dagegen stehen wir auf und sagen:
Recht auf Stadt bedeutet ein ausreichendes Einkommen für Alle und die freie Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben!
Wir benötigen mehr als ein Dach überm Kopf – gesunde Wohnungen, die bezahlbar sein müssen, nicht in Ghettos liegen, und nicht vom sozialen und kulturellen Leben der Stadt ausgrenzen.
Wir fordern
als BezieherInnen von Sozialleistungen
- Übernahme der tatsächlichen Kosten der Unterkunft und Heizung
- Keine Pauschalierung der Wohnkosten
- Das Recht in der angestammten Wohnung zu bleiben und auf freie Wohnungswahl
als MieterInnen
- Mietpreisbindung
- Das Recht, spekulativ leerstehenden Wohnraum zu nutzen
- kein Verkauf von öffentlich gebauten Häusern
- verstärkter Ausbau des sozialen Wohnungsbaus
- Das Recht, bei Mietmängel die Miete zu mindern
- Kostenlose Zurverfügungstellung von kommunalem Land z.B. für Gemeinschaftsgärten (Almende)
im Zusammenhang mit Migrationsbewegungen
- Das Recht auf Bleibe für Alle
- Das Recht auf Zuzug für Alle, die hier leben wollen, insbesondere für MigrantInnen aus dem nicht EU-Ausland
- Geschützte Räume für Frauen und Migrantinnen ohne Papiere
für Alle
Freier Zugang zu den Ressourcen unserer Stadt
- Kulturelle Einrichtungen
- öffenliche Verkehrsmittel
- gastronomische Einrichtungen
- kostenlose Bibliotheknutzung, Schwimmbäder, Theater, Museen, ect..
- Barrietrefreier Zugang zu allen öffentlichen Gebäuden
- Mehr nichtkommerziele öffentliche Räume.
- Kostenlose Basisversorgung der Privathaushalte mit Trinkwasser und öffentliche Trinkstellen
- Kostenlose Baisversorgung der Privathaushalte mit Strom
- Kostenlose öffentliche Toiletten
- Kostenloser Zugang zu Gesundheitszentren.
- Rücknahme von Privatisierungen und Verbot von PPP und Cross-Border-Leasing-Projekten
- Geburtshäuser und Hebammen in jedem Stadtteil
- Weiterentwicklung von Schulen und Rathäusern zu Stadtteilzentren mit
- Unabhängigen Jugendzentren und/oder Bürgerzentren mit freiem Internetzugang
- Verkehrsvermeidende Infrastruktur, Entschleunigung“
即時補償を!
即時補償を!
日本軍「慰安婦」制度の生存者は、認定と賠償を受けるに値する!
Entschädigung Sofort!
Die Überlebenden des Zwangsprostitution-Systems der japanischen Armee haben ein Recht auf Anerkennung und Reparationen!
Zwischen 1932 und 1945 versklavte Japans Militär mithilfe von Regierungsbeamten und japanischen Firmen etwa 200.000 Frauen und Mädchen aus zehn Ländern in so genannten »comfort stations«. Die meisten von ihnen kamen aus der damaligen japanischen Kolonie Korea. Die Armeeführung verstand die »comfort stations« als Leistungsanreiz für die Soldaten. Für die betrofenen Frauen bedeuteten sie tägliche Vergewaltigungen und Demütigungen, oft über Monate und Jahre. Auch nach dem Ende des Kriegs prägte diese Vergangenheit das Leben der Frauen. Gesundheitliche Schäden und psychische Verletzungen ebenso wie soziale Ausgrenzung und materielle Entbehrung waren die Folgen.
Seit Beginn der 1990er Jahre demonstrieren überlebende Frauen mit ihren Unterstützerinnen und Unterstützern vor der japanischen Botschaft in Seoul, Korea, für ihre Rechte. Am 7. Dezember 2011 zum 999. Mal. Diese Demonstration bildet den Auftakt der internationalen Aktionswoche »Justice for the ›Comfort Women‹«, in der wir gemeinsam mit den Frauen auf die Strasse gehen wollen.
Kundgebung am 7. Dezember
um 16:30 Uhr, vor dem japanischen Generalkonsulat
Rathausmarkt 5, 20095 Hamburg
Wir fordern die japanische Regierung auf, sich der historischen Verantwortung zu stellen und den Frauen Entschädigungen zu zahlen.
Compensation Now!
kretschmer will den brandshof nicht mehr
anscheind hat er sich mt dem kauf dieser immobilie verrechnet. oder wie soll man sich erklären, dass er jetzt doch nicht die hafencity kulturell ergänzen möchte? wir finden das ist eine weitere immobilie für die gängeviertelleute. und hier kommt, was man in der mail dazu fand:
Pleiten, Pech und Pannen: Flora Investor auf Crashkurs
Die Vitruv Verwaltungs GmbH, der Klaus Martin Kretschmer als Geschäftsführer vorsteht, ist pleite und die Gesellschaft ist in die Zwangsverwaltung übergegangen. Direkt betroffen von dieser Entwicklung ist z.B. die im Recht auf Stadt Netzwerk beteiligte Initiative „Brandshof bleibt!“. Unklar ist, ob die Rote Flora durch eine mögliche Pleite von Kretschmer persönlich in der Zukunft ebenfalls betroffen sein könnte.
Wir wissen nicht, ob Kretschmer durch die Pleite der Vitruv Verwaltungs GmbH lediglich Steuern sparen oder ein missliebiges Projekt loswerden will oder tatsächlich das Maul zu voll genommen und auch persönlich abgewirtschaftet hat. Es interessiert uns auch nicht wirklich. Wir sehen uns allerdings in unserer Position bestätigt, dass die Rote Flora solange von Räumung und Verkauf bedroht sein wird, wie sich das Gebäude als Immobilie Schulterblatt 71 auf dem Markt befindet.
Immobilien- und Investmentblasen können platzen und das Streben nach Gewinnmaximierung wird auch zukünftig mit oder ohne Kretschmer seine Protagonist_innen finden. Vor diesem Hintergrund ist das kürzlich erfolgte Drehen an einigen städtebaulichen Stellschrauben rund um die Flora – Änderung von Bebauungsplan und Grundbucheintrag etc. – lediglich Makulatur. Wie schon der formale Verkauf an Kretschmer im Jahr 2001, mit dem die Flora aus städtischem Besitz erst in Marktlage gebracht wurde, sind diese Maßnahmen der erneute Versuch des Senates, sich der politischen Verantwortlichkeit um einen städtischen Konfliktherd zu entziehen.
Wir brauchen keine Stadt, die alles belässt, wie es ist, oder gesellschaftliche Fragen privatisiert und wir brauchen keine Kultur, die abhängig sein soll von patriarchaler Mäzenpolitik. Was wir brauchen, ist eine echte Vergesellschaftung des städtischen Raumes von unten. Wohnraum darf keine Ware sein, Kunst und Kultur keine Prestigeobjekte und Marketingfelder in Abhängigkeit von ambitionierten Investor_innen. Insofern war die Flora in der Vergangenheit gut beraten, Verhandlungen ebenso abzulehnen wie eine vertragliche Lösung. Die Rote Flora ist, wie jede Perspektive auf städtische Politik jenseits kapitalistischer Gewaltförmigkeit, nur im Konflikt zu haben.
Die Rote Flora ist und bleibt besetzt und vor allem unbezahlbar. Sollte sie den einen oder die andere Investor_in früher oder später in die Pleite treiben, ist das ganz in unserem Sinne! Ebenso notwendig ist aber auch, dass die Rote Flora ein unverträglicher Störfaktor gegen die Standortpolitik der Marke Hamburg bleibt und weiterhin Bestandteil sozialer Bewegungen und Kämpfe gegen die Ökonomisierung der Städte ist.
Krisen, Pleiten und Bankrotterklärungen sind untrennbarer Bestandteile im Fleischwolf des kapitalistischen „survival of the fittest“. Auch die etablierte Politik, deren Antworten sich von vornherein in diesem Netz verfangen, ist Bestandteil des Problems und nicht die Lösung. Ein Leben ohne Ausbeutung, Ausgrenzung und Ungerechtigkeit ist in und mit diesem System nicht zu haben. Die Zukunft liegt nicht in der politischen Krisenverwaltung des Bestehenden, sondern im Aufbruch sozialer und politischer Kämpfe, die die Gegenwart zeitgleich mit den Krisen erschüttern.
„Die Elendsverwalter_innen dieser Welt mögen ratlos sein angesichts der aktuellen Veränderungen. Wir sind es nicht! Wir haben eine Antwort auf die leeren Sprechblasen der Politik und Ökonomie und gehen auf die Straße für die Aneignung und Vergesellschaftung des Wohnraumes, der Städte und des Reichtums der Welt im globalen Maßstab.“ (Aufruf „Access all areas“)
„Access all areas“ ?
Aktionstag gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung am 17.12.
Die Kampagne „Flora bleibt unverträglich“ ruft für den 17. Dezember unter dem Motto „Access all areas“ zu einem überregionalen Aktionstag gegen kapitalistische Stadtentwicklung auf. In Hamburg werden aus diesem Anlass von verschiedenen Initiativen in unterschiedlichen Stadtteilen Aktionen und Kundgebungen organisiert.
„Access all areas“ beginnt um 13 Uhr in Harburg und geht in Wilhelmsburg und später in Altona von 15-17:30 Uhr weiter. Dort wird es verschiedene Aktionen von Stadtteilaktivist_innen für alternative Projekte und gegen eine Stadtentwicklungspolitik der Verdrängung und Gentrifizierung geben.
Am Hauptbahnhof wird um 15 Uhr eine zentrale Kundgebung gegen die Vertreibungspolitik von Markus Schreiber und dem SPD-Senat stattfinden sowie um 16:30 Uhr am Rathaus eine Kundgebung gegen Mietenwahnsinn, Wohnungslosigkeit und Innenstadtverbote.
Für die Innenstadt wird zudem in Anlehnung an die Mietenwahnsinnssymphonie Ende Oktober zu einem Topfschlagen gegen Wohnungsnot unter dem Motto „Hells Bells“ aufgerufen, das ab 16 Uhr über die City verteilt stattfinden wird. Dort soll durch „Höllenlärm“ auf die dramatische Wohnungsmarktsituation aufmerksam gemacht werden und ein lautstarkes Zeichen gegen die Vertreibung von Wohnungslosen aus der Innenstadt durch Privatisierungen und Bettelverbote gesetzt werden. Bis zu 1000 Menschen werden von den Initiator_innen erwartet.
Auf der Reeperbahn wird es ab 18:30 Uhr schließlich eine Kundgebung mit musikalischem Rahmenprogramm gegen Umstrukturierung auf St. Pauli geben, die von Anwohner_innen und der Initiative gegen den Abriss der Esso-Häuser veranstaltet wird.
Kampagne »Flora bleibt unverträglich«
30.11.2011
Überregionale und internationale Aufrufe
http://florableibt.blogsport.de/international-day-of-action/
Termine in Hamburg
http://florableibt.blogsport.de/material/17-dezember-2011-auf-los-gehts-los-access-hamburg/
Kontakt über
flora-bleibt@nadir.org
Nehmt Platz: Zomia Hoch 2
Bin gerade mit meinem Hund um den Block gegangen und schwupps — auf jede Menge neuer Nachbar_innen gestoßen. Ein knappes Dutzend Wagen im Halbkreis geparkt, ein paar Bierbänke in der Mitte, ein wärmendes Feuer, Musik und ein Kicker und fertig ist ein neuer, charmanter Ort. Statt sich räumen zu lassen, hat sich Zomia verdoppelt. Herzlich willkommen in Bahrenfeld, ick freu mir!
Das nenne ich mal eine echte Aufwertung von Stadt in einem Teil von Altona, der in den letzten Jahren vor allem durch schnöde Luxussanierungen besticht. In direkter Nachbarschaft zu Zomia II liegt beispielsweise das protzige Kraftwerk mit viel Leerstand oder man beachte die misslungene Loftarchitektur im so genannten Bahrenpark auf dem Gelände des alten Gaswerks. Der Werbeslogan des ersten „Objekts“? Am Anfang war die Kraft. Investoren-architektur braucht eben Verpackung und Worthülsen und lockt doch keinen Hund hinterm Ofen hervor.
Anders hingegen, wenn ein paar Leute mit ein paar Wagen beginnen, sich alternative Räume anzueignen. Da wird’s schnell warm und voll. Solidarische Grüße aus der direkten Nachbarschaft, auch an die freundlichen Hunde auf dem Platz.
bauwagenplatz zomia erklärt die lage der dinge
Wagengruppe Zomia, 22. November – Gegenstandpunkt zur aktuellen Veröffentlichungen der SPD Hamburg
Die Wagengruppe Zomia hat mit Erstaunen und Empörung die gestrige Pressemitteilung der SPD wahrgenommen – entgegen der Behauptung konstruktiver Gespräch wird hier eine mediale Diffamierung begonnen. Das Ziel ist durchsichtig: Solidarität und Unterstützung sollen vorbereitend für eine Räumung entzogen werden. Dazu ist das Argument der überheblichen, anspruchsvollen WagenbewohnerInnen, die immer neuen Forderungen stellen, gar nicht dumm.
Dem entgegnen wir: Zomia ist und war immer bereit, umzuziehen, wenn das grundlegende Bedürfnis erfüllt ist. Dieses ist nach wie vor eine langfristig geeignete Fläche für das Projekt. Das Problem, einen Wagenplatz in Hamburg-Mitte zuzulassen, ist kein juristisches, sondern ein Politisches. Selbst das heftig umstrittene Hamburger Wagengesetz lässt die Duldung von Wagenplätzen bis zu fünf Jahren zu. Bis heute gibt es keine pragmatischen Gründe, dass Zomia nach Altona umziehen sollte. Der Anschein, dass die Altonaer SPD dazu verdonnert wurde, mit schnellen Willkommensgrüßen Markus Schreiber in Mitte den Rücken freizuhalten, wird immer durchsichtiger: Statt in Ruhe abzuwarten, bis die konstruktiven Gespräche abgeschlossen sind und einem Umzug nichts im Wege steht, wird nun eine halbfertige Lösung zum golden Kalb erklärt und die Wagengruppe als störrischer Esel dargestellt. Andy Gote und Sören Schumacher sprechen von einem halben Dutzend Plätzen, die Zomia bereits abgelehnt hätte. Sie haben sich verzählt. Und verschweigen dabei auch noch gern, dass unter den „Angeboten“ solche Unverschämtheiten wie „alternative Standorte“ unter einer Schnellstraßen-Brücke, unter einer 380.000Volt Hochspannungsleitung oder auch direkt neben der Landebahn am Flughafenzaun waren.
Nun die neue Wendung: In Altona sollen wir auf eine „Zwischenlösung“, von der sich jedoch Politik und Wagengruppe schon im Vorfeld einig waren, dass die Fläche ungeeignet ist. Anschließend werde eine von Zomia akzeptierte langfristige Alternative gesucht und gefunden. Wie sollen wir jedoch davon ausgehen, dass uns die selben Szenarien wie jene der vergangenen Monate nicht in kurzer Zeit in Altona erneut passieren? Zomia ist absolut bereit für einen Umzug, denn auch wir haben kein Interesse an einer Eskalation. Wenn sich aber die verschiedenen Teile der SPD so offensichtlich die Bälle zuspielen, um Zomia dumm dastehen zu lassen, braucht es ein bißchen mehr als die vage Aussicht auf einen unbekannten Platz, um Vertrauen in eine langfristige Lösung zu entwickeln.
Warum kann Zomia nicht in Wilhelmsburg bleiben, bis ein fester Platz in Altona zugesagt werden kann? Weil Schreiber so lange nicht mehr zurükgehalten werden kann – beziehungsweise soll? Warum soll er das nicht und warum gilt laut Senat das Umzugsangebot nicht mehr nach einer Räumung? Weil eigentlich Zomia unter Druckt gesetzt werden soll, damit Schreiber sein Gesicht nicht verliert?
Doch es geht seit Jahren um mehr, als dass einzelne Politiker_innen ihr Gesicht verlieren könnten. Es geht um verfehlte Stadtpolitik in Hamburg! Damit ist Zomia ein Symptom von Vielen. Aus diesem Blickwinkel ist es fast beliebig, ob es um die Sexarbeiter_innen in St. Georg, die Wohnungslosen in St. Pauli, die Privatisierung des Bahnhofsvorplatzes oder den Abriss der Essohäuser geht. Derzeit brodelt es wieder an vielen verschiedenen Konfliktfeldern in der Stadt – mit Zomia soll einer beseitigt werden. Damit wird den Wohnungsuchenden in Hamburg eins immer schwerer vermittelbar: Das ihnen noch 15 Wohnungssuchende mehr hinzugefügt werden sollen – nur um das Ego eines einzelnen Machtpolitikers zu befriedigen. Das vor dem Hintergrund, dass schon jetzt absehbar ist, dass die SPD ihre vollmundigen Versprechen zum Wohnungsbau nicht halten wird. Wenn die Politik schon nicht in der Lage ist, eines der größten Probleme dieser Stadt zu lösen, warum legt sie dann auch noch denen, die sich alternative Lösungen suchen, Steine in den Weg?
Wir sind gerne bereit konstruktive Gespräche mit dem Bezirk Altona zu führen und eine gemeinsame Lösung zu finden. Dafür muss die SPD nur eins tun: Den von ihr geschaffenen künstlichen „Sachzwang“ auflösen und zeigen, dass sie ein ehrliches Interesse an einer einvernehmlichen Lösung hat!
Doch wir wollen den Blick über den eigenen Tellerrand nicht vergessen, es geht in dieser Auseinandersetzung um mehr als das alternative Wohnen auf einem Wagenplatz. Es geht darum, Alternativen zu schaffen; uns nicht einfach wie es der Politik gefällt hin und her schieben zu lassen, der Vertreibung aus den Bezirken entgegen zu stehen, zu zeigen: Es geht auch anders! Es geht hier um unser Recht auf Stadt! Überall werden Menschen immer prekäreren Lebensbedingungen ausgesetzt. Die Bedrohung fängt bei Wohnraum an, geht hin zum Arbeitsplatz, zur Freitzeitgestaltung und bleibt stehen bei den Lebensmittelausgaben. Durch die Prekarisierung von Wohnungs- und Arbeitsplatz werden immer mehr Existenzen kaputt gemacht. Die Vertreibung der Armen aus den Stadtteilen wird vorangetrieben. Wir sind angetreten, dem eine Alternative entgegen zu setzen. Ja, wir haben schon eine Wohnung! Was wir brauchen ist eine Fläche, auf der wir stehen können! Auch die haben wir und bis heute sprechen keine pragmatischen Gründe dafür, diese zu verlassen. Wir haben wie alle anderen Menschen dieser Stadt das Recht auf Wohnraum. Dieses Recht wird nicht erteilt, es gehört allen – unabhängig von sozialer oder nationaler Zugehörigkeit! Wenn wir uns das Recht auf Stadt nehmen, verändert sich nicht nur die Stadt: Es verändern sich unsere Bezugspunkte, Beziehungen und Begegnungen. Die Stadt gehört allen!
Schanze, 1980
„Es gab ein paar wirklich gute Gründe, hier zu wohnen“, schreibt Thomas Henning im jüngst erschienenen Fotoband „Schanze, 1980″ (Junius Verlag, 2011). Es sind vermutlich unzählige Fotos, die er, der seine fotografischen Vorbilder bei den amerikanischen Fotografen der 1950er und 1960er Jahre hat, seit den 1970er Jahren in verschiedenen Ecken Hamburgs gemacht hat.
„Schanze, 1980″ versammelt nun eine Auswahl dieser damals noch als Kodachrome-Dias entwickelten Schnappschüsse in Form eines im Nachhinein konstruierten Spaziergangs durch das Schanzenviertel, welcher wunderbar anzuschauen ist und dabei auf angenehme Art nicht moderiert wird: Neben einer kurzen Einleitung zum Buch werden die einzelnen Bilder lediglich von Straßennamen ergänzt – weitere Erläuterungen gibt es nicht. Auch verzichten Henning (und der Verlag) zum Glück (und vermutlich gewollt) darauf, mit dem Buch einen Beitrag zur aktuellen Gentrifizierungsdebatte leisten zu wollen – à la „früher war das hier alles noch bunt und unberührt“.
Das, was er in seinen Schnappschüssen festhalten wollte, nennt Henning die „Exotik des Alltags“. Nachdem er mir bei einem Kaffee die damals noch gänzlich andere Gewerbestruktur und das Leben im Quartier beschrieben hat („Es gab Kneipen, die nur Zimmer waren, in denen die Astra-Kisten gestapelt waren: Zwei Stapel – einer für die leeren, einer für die vollen. Mehr war da nicht drin. So traf man sich halt – das war schon schräg.“), kommt Henning darauf zu sprechen, wie es zu den Fotos im Schanzenviertel gekommen ist: „Ich habe schon damals im Viertel gelebt, und meine Freundin hatte einen Hund, mit dem ich immer rausgehen musste. Manchmal bin ich ‚zigmal an einer Stelle vorbeigekommen, ohne sie zu fotografieren. Und eines Tages war dann der Moment für das Foto da. Auf den habe ich nie bewusst gewartet, sondern ich lief zufällig dort entlang.“ Anders als heute konnte man 1980 noch nicht sofort sehen, ob der Schnappschuss ein guter geworden war. Es dauerte eine ganze Woche, bis die entwickelten Dias zurückkamen – mit oftmals überrauschenden Ergebnissen.
Henning schweift mit einem distanzierten Blick durchs Viertel – eine Distanz, die nahezu an Tristesse grenzt und die die Situationen, die er ablichtet, in keinster Weise zu schönen versucht: „Ich habe nicht gewartet, dass ein Sonnenstrahl in die Szene hineinfällt und die Situation dramatisch macht oder so. Es sind ganz normale, mehr oder weniger graue Tage, an denen ich fotografiert habe. Und: Es war so leer, wie es auf den Bildern aussieht. Es ist genau so gewesen.“
Auch an den fast nachkoloriert wirkenden Motiven zeigen sich Hennings bewusste Referenzen zu seinen amerikanischen Fotografen-Vorbildern: „Bilder wie das Coverfoto, die Fassade der Roten Flora, in der damals noch ‚1000 Töpfe‘ war, sind entstanden, weil ich versucht habe, wenigstens ein bisschen amerikanisches Großstadtflair in die damals noch sehr leere Stadt zu bringen.“
Das hat er geschafft.
Thomas Henning
Schanze, 1980
Junius Verlag 2011
Gängeviertel bietet dem Bauwagenplatz Zomia Unterstützung an
und positioniert sich damit auch nach Vertragsabschluss auf der stadtplanungvonobenkritischen Seite. Wir freuen uns also hiermit die solidarische Erklärung des Gängeviertels darstellen zu können:
Der einsame Cowboy
Mit dem Räumungsbescheid gegen den Wagenplatz Zomia setzt Bezirksamtschef Schreiber eine lange Reihe von erfolglosen und teils absurden Auseinandersetzungen fort. Es scheint als hätte er sich in seiner Rolle als „harter Hund“, den aber im Prinzip niemand will und braucht, verrannt.
Doch gibt er nicht auf. Verbissen verfolgt er ein aberwitziges Projekt nach dem anderen. Seien es nun der Zaun gegen die Obdachlosen in St. Pauli, die Trinker am Bahnhof oder die Kleingärtner in Wilhelmsburg. Diesmal soll also mal wieder der Wagenplatz Zomia dran glauben. Ein
Räumungsbescheid zum 3. November wurde gegen die kleine Gemeinschaft erwirkt. Das es für diesen keine sachlichen Argumente gibt scheint irrelevant. Hauptsache es herrscht Ruhe und Ordnung im kleinen Königreich.
Markus Schreiber mag seinen Sheriffstern mit Stolz tragen aber der Bezirk Mitte ist nicht der Wilde Westen und „Law and Order“ schon lange
nicht mehr angesagt. Stattdessen ist Stadtentwicklung in Kooperation möglich und nötig. Der Senat hat bereits bewiesen, dass er dazu eigentlich in der Lage ist. Wir fordern die BSU daher dazu auf die Räumung zu stoppen und Zomia auf seinem Zuhause stehen zu lassen. Der völlig veraltete Bebauungsplan muss gekippt werden, denn seien wir mal ehrlich, industrielle und gewerbliche Nutzungen sind hier aus verschiedensten Gründen hinfällig.
Warum in einer Stadt in der Tausende von Wohnungen fehlen nicht schon lange über die Vorteile der vernünftigen und logischen Alternative des Wagenlebens gesprochen wird, lässt sich wohl nur mit der Engstirnigkeit einiger politischer Entscheidungsträger erklären. Für eine Stadt die sich selbst gern als weltoffen, liberal und kreativ darstellt kann es doch nicht so schwierig sein die Menschen so leben zu lassen wie sie möchten, oder doch?
Sollte Senatorin Blankau aus unerfindlichen Gründen doch vor den Allmachtsfantasien ihres Parteikollegen einknicken werden wir nicht untätig zusehen. Für uns ist es absolut nicht einzusehen, dass es nötig sein soll mitten im Winter 15 Menschen aus ihrem Zuhause zu vertreiben, um die Profilierungssucht eines Einzelnen zu bedienen. Daher werden wir im Falle einer Räumung unseren Platz für Zomia öffnen, um ein für alle mal klarzumachen, dass Vertreibung aber auch gar nichts mit Problemlösung zu tun hat. Die nächste Runde heißt dann einfach:
Zomia goes Gängeviertel!
Gängeviertel, 05.11.2011
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bambule-film am jungefernstieg gucken
kann man heute (also dienstag 1november) abend ab 20.00 machen. die bauwagenplatzlerInnen von zomia laden ein und bitten darum sitzengelegenheiten selber mitzubringen.
