new_images's blog
It's television! Again!
Submitted by new_images on Fri, 11/26/2004 - 14:06In der Knarre ein Kleeblatt
Submitted by new_images on Sat, 09/25/2004 - 18:19Kino der Attraktionen: Guillermo Del Toros Comicverfilmung »Hellboy« freut sich am Crossover der Genres, Stile und Filmfiguren. Dem Helden bleibt dabei sogar noch Zeit für philosophische Exkurse.
Gleich geht es los. Hellboy (Ron Perlman) steht vor einer schweren Tür, nachdem ihn ein Alarm - so rot wie der behörnte Spezialagent selber - auf den Plan gerufen hat. Nur noch eine kurze Bedrohungsanalyse durch seinen Agentenkollegen mit den Schwimmhäuten: Hinter der Tür lauert ein »dunkles Wesen, böse, alt und hungrig«. Und schon ist Hellboy auf dem Weg, diesem »Wesen« amtlich ein paar zu verpassen. Come on, let's fight some monsters - genau, immerhin ist uns ein Action-Spektakel versprochen worden, reines Attraktionskino.
Du tust etwas, was ich nicht seh‘
Submitted by new_images on Mon, 09/20/2004 - 20:33Wann beginnt die Arbeit, wann hört sie auf? Wir sitzen im Kino und sehen das Produkt harter, vielteiliger Arbeit - doch genau das sehen wir nicht. Some connections between »Time Out« und »Loin«.
Eigentlich ein Slapstick-Klassiker: jemand schließt sich unbemerkt einer zufällig vorbeilaufenden Gruppe an, Schrittgeschwindigkeit, Armschlenkerradius und Gesichtsausdruck imitierend. Man nimmt das schnell als komisch wahr. Die Gruppe erkennt ihren Fremdgänger nicht und dieser wiederum macht der anderen toten Winkel sichtbar. In André Techinès »Loin«, pirscht Said über das Hafengelände Tangers. Einige LKW-Fahrer bieten ihm ein paar entscheidende Sekunden lang Schutz. Jemand sagt: »Hier, in Tanger, gibt es keine Arbeit. In Laurent Cantets »Time Out« steht Vincent in Anzug und crèmefarbenem Trenchcoat vor einem großzügig verglasten Gebäude. Es ist die UNO in Genf. Ihm bietet eine hektisch, schwätzende Vierer-Gruppe Tarnung, um unbemerkt die Empfangstheke zu passieren. Niemand scheint auf Vincent zu achten. Er passt ins Bild.
Said löst sich von dem Moment der Imitation, pirscht weiter, versteckt sich, sucht neuen Schutz. Er hat zwei Ziele: Europa und Arbeit. Vincent bleibt Imitation. Eigentlich hat er nichts tun. Das heißt, er ist vollauf damit beschäfitigt, sein Fake-Leben zu perfektionieren. Er IST die Erscheinungsweise seiner früheren Arbeit.
Showtime
Submitted by new_images on Mon, 09/20/2004 - 20:22»Our lives should be so exciting.« Ein Satz den sich zwei im Kino zuflüstern. »Fulltime Killer«, eine postmoderne Variante des Lonesome Profikillergenre, ist längst nicht mehr der neueste Film von Johnnie To. Dem Produktionswütigen gelang in diesem Jahr nichts geringeres als sowohl in Berlin, Cannes und Venedig einen jeweils neuen Film zu plazieren.
»People think, the easiest way to move a person out of their lives, is, to let kill them. ... Aber sie vergessen, dass die Erinnerung bleibt.« (räsoniert O aus dem Off, während er über den Friedhof läuft)
»Seit einigen Tagen kommt ein komischer Kerl in den Laden, der immer so Masken trägt wie in diesem Hollywood-Film .....«. ---- »Ich habe noch keinen Videorekorder.« - »Aber sie leihen sich jeden Tag Filme aus.« - »Ja, deswegen leihe ich mir auch nur Filme aus, die ich schon kenne. Ich bin noch nicht lange in Hongkong« - »Ah, Sie sind Geschäftsmann?« - »Ich bin Profikiller.« Über die Mundwinkel der jungen Dame hinter der Videoladentheke huscht ein verwundertes Grinsen. »Sie machen Witze?« - Chin hat schon den ein oder anderen Film gesehen. Und Profikiller sind Leute, die man am ehesten aus Filmen kennt. Aber vor ihr steht heute Bill Clinton. d.h. ....
Point Blank
Submitted by new_images on Sat, 09/11/2004 - 12:12Some Warnings from Hias: It's all about Love, Mystic River.
Nur so tun als ob
Submitted by new_images on Sat, 09/11/2004 - 10:29Some connections between: »Grand Hotel«, »This is Spinal Tap«, »Alphaville« and »Une femme est une femme«
Es hätte noch mal was werden könnte mit der Karriere. Leidend räkelt sich die alternde russische Ballerina Grusinskaya auf einer Chaislonge im Berliner »Grande Hotel« zwischen den Kriegen. Mit einer unverkennbaren suizidalen Lethargie gespielt von Greta Garbo, drapiert von Edmund Goulding und fahl ausgeleuchtet von William Daniels. Erst die Bekanntschaft mit dem äußerst galanten Weltmann Baron Felix von Geigern verspricht die Hoffnung auf einen zweiten Frühling. Aber auch der ist längst abgebrannt und verdingt sich als Juwelendieb. Charakterliche Oxidationsprozesse im Nobelhotel. Goulding beschreibt nach dem Roman von Vicki Baum die Übergangsphasen von fünf Menschen in andere Stadien des Seins. So wie das Hotel nur ein Übergangsort ist. Aufenthalt auf Zeit mit keiner Chance sich zu etablieren, denn das Abgereist wird ist ohnehin schon klar. »People come. People go. Nothing ever happens.« resümiert der kriegversehrte Dr. Otternschlag lakonisch. Ballerina und Baron versuchen den Glanz vergangener Tage als Simulation des eigenen Lebens, vorbei an ihrer akuten Situation zu inszenieren. Der Industrielle Preysing erschwindelt sich mit ähnlichen Taktiken, dass was vor einigen Jahren als Venture Capital auf die Konten windiger Internet Pioniere floss. Er gaukelt seinen Verhandlungspartnern vor die Fusion mit einem Konkurrenten hätte bereits stattgefunden. Eben die scheitert dann aber und dem preysingschen Imperium droht der sichere Untergang.
Jack Black: Diese Krankheit ist ein Segen
Submitted by new_images on Fri, 09/10/2004 - 08:15»Manche Leute machen sich halt gerne zum Narren«, bemerkt der Trinkbruder abschätzig nach ein paar Gläschen Wodka, als ich ihm erzähle, dass ich Jack Black interviewen möchte.
Die Bluesbrüder John Belushi und Dan Aykroyd sollen einander nach ein paar Nasen Koks geschworen haben, auf der Beerdigung des jeweils anderen das Ventures-Stück »2000 pound-bee« zu spielen. Ob Aykroyd das Versprechen 1982 eingelöst hat, weiß ich nicht. Bei dem Stück könnte es sich aber um jenes »beste Lied der Welt halten«, das Jack Black und Kyle Gass anno 2003 partout nicht erinnern können, als der Teufel (Dave Grohl) genau dieses von ihnen hören will. Der intelligente Einfall der beiden, dem besten Lied der Welt dehalb mit einer Eigenkomposition Tribut zu zollen, ist der Clou der Tenacious D-Single »Tribute«. Die affigen Grimassen, die lächerlichen Posen, den wahnsinnigen Blick und die euphorisierende Bruststimme; den vollen Körpereinsatz eben, mit dessen Hilfe Jack Black den Teufel im Videoclip in die Knie zwingt, hätte auch der selige Belushi kaum besser hinbekommen.
Weder Mensch noch Bestie
Submitted by new_images on Tue, 09/07/2004 - 14:29Ein düsteres, karges Endzeit-Szenario dient als Rahmen und Kulisse für Michael Hanekes Götterdämmerung »Time of the Wolves«. Ist die Welt nicht mehr zu retten? Michael Haneke hat mit »Funny Games«, seiner das Publikum quälenden, scheinbar plump medienkritisch konnotierten Thriller-Variation von 1997, einige böse Kritik auf sich gezogen. Denn dort werden bürgerliche Subjekte von kriminellen, weiß gekleideten Clockwork Orange-Epigonen einer psychischen und physischen Tortur ausgesetzt, in der mancher Betrachter die sinnlose Zerstörung einer ursprünglich heilen Welt sehen wollte. Und sinnlos, so der Vorwurf, sei auch Hanekes genüssliche Gewaltdarstellung.
Die Tür muss zu sein
Submitted by new_images on Tue, 09/07/2004 - 14:25Die Pubertät beginnt, wenn die Socken plötzlich nicht mehr in Ordnung sind, sondern furchtbar altmodisch wirken: Als Regiedebüt erzählt Catherine Hardwicke in ihrem Coming-of-Age-Film »Thirteen« von den Ökonomien der Jugend. Es geht um den Moment, wenn James Dean seinen irgendwie verständnisvoll dreinblickenden Vater am Hausmantelkragen packt und durch das Wohnzimmer schleudert, während die Mutter mit einem Gesichtsausdruck daneben steht, als ob genau jetzt die Welt unterginge.
Doppelte Präsenz
Submitted by new_images on Tue, 09/07/2004 - 14:22Es ist wichtig, dass Bob und Walt uns mit Gags begegnen. Beim Frühsport schaut sich einer der beiden an der Hüfte zusammengewachsenen Zwillinge nach einer Joggerin um, weshalb der andere vor einen Laternenpfahl knallt. »Ich hatte Drinks mit ihr!« - »Aha, und wo war ich da?« Egal. Keine Zeit für Erklärungen, es wartet der Quickee Burger, ihr überaus beliebter Provinz-Diner. Als Besitzer und Köche erledigen sie mit einem Kalauerlächeln auch eine Mammutbestellung in knappen 180 Sekunden. Burger, Salat, Tomaten, Senf- und Ketchup-Quetschen werden so sicher jongliert, wie ihre Kontrahenten im Tenniseinzel düpiert oder die Gegner im Boxring hemmungslos versohlt werden: »Das schaffen wir mit drei Händen auf dem Rücken!« Na ja, nicht ganz.
Wie ein anderer werden?
Submitted by new_images on Tue, 09/07/2004 - 14:17Im Falle von Jose Henrique Fonsecas »The Man of the Year« durch eine kleine ästhetische Korrektur. Nach einer verlorenen Wette lässt sich Miguel die Haare blond färben und sieht nach einem gekonnt lacanschen Blick in den Spiegel, das Potenzial, sein neues Äußeres mit neuem Inhalt aufzufüllen.
Fast wie immer
Submitted by new_images on Tue, 09/07/2004 - 14:11Ein gewöhnlicher Tag in einer amerikanischen High School. Jugendliche erleben ihre persönlichen, kleinen Geschichten. Eli läuft durch den Park und macht Photos, Michelle wird aufgrund ihres Aussehens von Mitschülerinnen gehänselt. John kümmert sich um seinen alkoholisierten Vater und kommt zu spät zum Unterricht. Alltag.
Großer Fisch im kleinen Teich
Submitted by new_images on Tue, 09/07/2004 - 13:52Was windschief ist, soll gerade werden: Tim Burtons neuer Kinofilm "Big Fish" erzählt eine Vater-Sohn-Geschichte. Die lebt zwar von der Fabulierfreude und dem schwarzen Humor seiner Hauptfigur. Doch am Ende meldet sich das Realitätsprinzip mit Nachdruck zu Wort: "Du erzählst Lügen, Dad!"
