Warum die Wüste rot ist

»Im Dezember 1947 publizierte Antonioni einen Artikel mit dem Titel ›Die Farbe kommt nicht aus Amerika‹, in dem er prophezeit, das amerikanische Kino werde Europas Imagination industrialisieren, aber die Basis der Farbfilmästehtik würden die farbbewussten europäischen Filmautoren schaffen.
1964 präsentierte er ›Die rote Wüste‹ in Venedig und motivierte seinen Entschluss, in Farbe zu drehen, damit, dass Farbe heute eine weit erheblichere Funktion im gesesellschaftlichen Leben habe als früher. Sie dringe in das Leben eines jeden einzelnen ein und habe es längst von Grund auf erneuert.
Sein Film ist auf dem inzwischen marktberherrschenden Eastman Color gedreht, und nur die Sequenz, in der die anpassungskranke Giuliana von ihrem natürlichen rosigen Paradies träumt, wurde nach dem Technicolor-Verfahren entwickelt.«

Frieda Grafe: Filmfarben, S.84, Berlin 2002, Brinkmann & Bose.